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Diese Bewegungs- und Verteidigungskunst, vor fünf Jahrzehnten in Japan entstanden, hat sich mittlerweile stark verbreitet und findet in Ost und West zunehmenden Anklang. Aikidō ist ein „Übungs-Weg“ und eigentlich etwas, worüber man nicht viele Worte verlieren kann, denn es ist eine Sache des Tuns und Handelns.
Aikidō ist der Weg (=DO) zu lernen, seine Energien (=KI) auf harmonische Art (=AI) und konstruktiv einzusetzen.
Es geht hier nicht um Wettkämpfe, nicht um Siegen und Dominieren, weder um Zermürbung noch um Verletzung.
Aikidō ist eine ganzheitliche Körper-Geistschulung auf der Basis eines einheitlichen Übungssystems, wobei dynamisch-meditative, einfache und anspruchsvolle Verfahren zur Anwendung kommen. Einige Übungen haben eine jahrhundertealte Geschichte und werden in ihrer ursprünglichen Form vermittelt.
Lernziel ist, durch zunehmende Beweglichkeit, Geschicklichkeit, Koordination von Bewegungsabläufen sowie Gleichgewicht und Standfestigkeit zu seiner „Mitte“, zu seinem Selbst zu finden. Wir „verpuffen“ und verbrauchen viele unserer leib-seelischen Kräfte durch Unruhe, Ängste und Verspannungen, durch fehlendes Selbstvertrauen, leichte Beeinflussbarkeit und Unentschlossenheit.
Aikidō ist eine äußerst wirksame Methode, ohne Worte und technischen Aufwand die Voraussetzungen für eine bessere Lebensqualität zu schaffen. Einmal an Persönlichkeit gewonnen, wird Verteidigung hinfällig. Wir erreichen eine in unserem Selbst verankerte Stand-Festigkeit, die nicht mit Macht, Protzen und Gewalt gekoppelt ist, eine Position, die nicht provoziert. Dies ist die weiseste Verteidigung: mit Gelassenheit und einer friedfertigen Einstellung so in seiner „Mitte“ zu sein, dass man gar nicht mehr angegriffen wird.
Aikidō bietet auch Schutz vor versteckten, kalten Angriffen aus unserer modernen Lebens- und Arbeitswelt, indem eine größere Widerstandskraft erreicht wird und persönliche Voraus- setzungen für die Bewältigung von Lebensproblemen geschaffen werden. Obgleich Aikidō manchmal als die „Kunst des Ausweichens“ definiert wird, geht es nicht um die Einübung von Flucht-Verhalten, sondern darum, Schwierigkeiten in kritischer Auseinandersetzung anzugehen und sich ihren Anforderungen zu stellen.
Aikidō hat viel zu tun mit Entspannung und Loslassen. Dies ist es auch, was ihm eine spielerische, fast tänzerische Note gibt. Man lernt hier, einen Angriff nicht mit Widerstand und Blockierung zu trotzen, sondern sich in den Lauf der Angriffsbewegung zu stellen und die Energie des Partners zur „Verteidigung“ einzusetzen. Aikidō ist nicht mit einer Trickkiste zu verwechseln, da es nicht darum geht, sich ein breites Repertoire von technischen Spitz- findigkeiten anzulegen. Aikidō ist eine Schule des Seins und versteht sich nicht als Förderung des ohnehin schon verbreiteten Habens und Anhäufens. Deshalb erfreut sich diese Bewegungs- kunst einer zunehmenden Beliebtheit, da man hier Abstand nimmt vom rivalisierenden Kämpfen und wetteifernden Messen und Gemessenwerden.
Im Aikidō wird Versucht zu verbinden und nicht zu trennen, es betont nicht das Gegeneinander sondern das Für- und Miteinander.
Quelle: Dietmar Näscher in "AIKIDO - Die Kunst der harmonischen Bewegung"
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